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Keine Brezen im Busch

ROTHENBURG – Die Welt ist ein Dorf – dieser Spruch gilt in Anbetracht der heutigen Kommunikationsmittel ganz besonders. Und so liest der ausgewanderte Rothenburger Robert Müller im mittelamerikanischen Belize fast täglich den Fränkischen Anzeiger im Weltnetz und über die für jeden zugänglichen Satellitenbilder kann er in Sekundenschnelle zehntausend Kilomter überbrücken und sich das Rothenburger Land von oben ansehen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt. Dank dem kostenlosen Internetprogramm „Google Earth“ der bekannten Suchmaschine, kann man auf dem Rechner-Bildschirm im Wohnzimmer Satellitenbilder rund um den Globus aufrufen. Und so zum Beispiel beim Anflug auf Deutschland, Bayern und Franken bis in den Garten des Häuschens in Rothenburg blicken. Die Auflösung wird ständig durch den Programmanbieter verbessert. Was früher höchst geheimes Spionagematerial war, ist heute Allgemeingut.

Und so blickt man etwas neidisch auf den Strandabschnitt des kleinen Staates Belize zwischen Mexiko und Guatemala gelegen und von über dreihunderttausend Einwohnern bevölkert – denn dort hat sich vor zwanzig Jahren der Klingengässer Robert Müller mit seiner Frau Margret in einem herrlichen Häuschen niedergelassen. Damals gab es noch keinen Strom und so nutzte man die Sonnenkraft, es fehlte ein Telefon, Handy und Internet waren noch nicht präsent.

Inzwischen hat sich das geändert, auch in unberührtem Land werden immer mehr Siedlungen und Straßen gebaut und manche Ecken in Belize haben bereits die steinreichen Weltstars für ihre Domizile entdeckt. Vor seinem sonnigen Ruhestand hatte Robert Müller im Sultanat Oman gearbeitet, wo er technisch für Fernseh-Außenübertragungen im Informationsministerium zuständig war. „In Belize hatten wir bereits Jahre vorher ein Haus gebaut und nach zwölf Jahren Oman zog es uns dorthin“, berichtet uns der gebürtige Rothenburger per Netzpost. Begeistert haben die beiden damals ihr riesiges Grundstück mit hunderten tropischer Pflanzen gestaltet.

Trotz des Traumblickes auf das Meer bleibt die alte Heimat unvergessen und die Bindung wird durch regelmäßige Besuche aufrecht erhalten. Margret und Robert fliegen abwechselnd alle paar Jahre nach Deutschland. „Ich quartiere mich bei den Uhls in Leuzenbronn für einige Wochen ein und stachere in und um Rothenburg herum“, erzählt Robert im schönsten fränkisch.                                                                       

Ein stattliches Haus der Müllers im großen Garten mit einigen hundert tropischen Pflanzen.
Und er besucht hier neben vielen Freunden vor allem seinen 94-jährigen Onkel Willi Müller. In der Klingengasse Nr. 14, Ecke Judengasse, hatten die Eltern des Auswanderers eine Bäckerei. Damals gab es weitere Handwerksbetriebe und auch eine Pferdeschmiede in der Gasse. „Die Winter waren noch richtig kalt und wir gingen auf die Eiswiese zum Schlittschuhlaufen. Alle Kastanien und Linden, die wir damals in der neuen Burg erkletterten, stehen noch!“ freut sich Robert Müller.

Weltweiten Kontakt hält er mit Bekannten nicht nur über das Internet, sondern auch als Amateurfunker (mit dem Rufzeichen V31AE), wobei seine Sende- und Empfangsstation rund um die Uhr in Betrieb ist. So kam er auch mit einem Diebacher Funkamateur in Kontakt. Wenn er die Heimatstadt besucht, dann deckt sich der Weltreisende gerne mit lokaler Literatur ein. Wilhelm Staudachers Stadtgeschichten gehören ebenso dazu wie die Erinnerungen von Rudolf Markert. Und natürlich „Niemands Tochter“ von Gunter Haug. „Die Erinnerungen älterer Rothenburger sind es wert aufgezeichnet zu werden“, schreibt er uns.

„In Belize sind wir nun richtige Ruheständler und ich gehe meinen Freizeitbeschäftigungen nach“, lässt uns Robert wissen und verrät noch ein Geheimnis: „Wenn ich in Rothenburg bin, dann stopfe ich die ersten Wochen jede Menge Brezen in mich hinein, denn sowas gibt es hier im Busch nicht“. An seine Jugendzeit als Klingengässler denkt er gerne zurück, erinnert sich an die Nachbarsfamilien Klenk, Lechner, Layer, Koch und Hocher – und will trotzdem lieber weiter aufs Meer blicken.

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                                                               Courtesy: diba, 01.09.2006